von Venne-Media

Unterstützung der Gemeinden in der Diözese Tula Mexico

Wer an Mexiko denkt, dem kommen zuallererst traumhafte Strände, geheimnisvolle Ruinenstädte, Tempel und Paläste der Maya und Azteken in den Sinn. Doch Mexiko hat zwei Gesichter: Bettelarme und stinkreiche Menschen wohnen hier nebeneinander. Mehr als die Hälfte der Kinder lebt in Armut. Pfarrer Happe war von 1989 bis 1996 Priester im Land der Sombreros und Kakteen, genauer gesagt in der Diözese Tula. Die Diözesen Münster und Tula sind seit 1989 partnerschaftlich verbunden. Auch von Beelen aus werden Gemeinden in der Diözese Tula unterstützt.

Beelen im Corona Lock down, das kennt jeder. Doch wie sieht es in diesen Tagen 9.500 Kilometer von der Axtbachgemeinde entfernt aus? Gregor Schäpers, ein Freund von Pfarrer Happe, hat nach einem Austausch in Mexiko dort seine neue Heimat gefunden, geheiratet und eine Familie gegründet. Technikbegabt versucht er durch seinen Einsatz die Situation für die Bevölkerung ständig zu verbessern. Er berichtet aktuell, dass auch das Leben in Mexico in den letzten Monaten vom Coronavirus geprägt war. Besonders zum Jahresende sei die Situation immer kritischer geworden ist. Er schreibt: „Gerade auf dem Land, wo wir hier in Cardonal leben (etwa 200km nördlich von Mexico Stadt) ist die Krankenversorgung sehr schlecht. Es gibt kleine Krankenstationen in fast jedem etwas größeren Dorf. Das medizinische „Fachpersonal" besteht dort jedoch leider nur aus einem angehenden Arzt oder Ärztin, die zum Abschluss des Studiums ein praktisches Jahr absolvieren müssen. Ohne professionelle Begleitung können sie einfache Krankheiten begleiten, bei komplizierteren fällen stoßen sie allerdings schnell an ihre Grenzen.“ Der angehende Arzt im Dorf sei noch im Juli ohne Mundschutz durchs Dorf gelaufen. Es gebe natürlich auch Privatärzte in den nächst größeren Stadt und auch einige Privatkliniken. Diese seien oft professioneller und sehr gut ausgestattet, müssten aber auch privat bezahlt werden. Eine Coronabehandlung koste dort zwischen 15 000 bis 100 000 Euro. Für Familien in Not sei dann oft der einzige Ausweg, dass ein oder mehrere Familienmitglieder illegal in die USA gehen würden, um dort genügend Geld zu verdienen.

Weiter schreibt Gregor Schäpers: „Unsere Region in Cardonal hat es in den letzten Jahren einen leichten Aufschwung am Arbeitsmarkt durch den Tourismus aus Mexico-Stadt zu den heißen Quellen in einigen Dörfern gegeben. Dieser Tourismus ist gerade extrem eingebrochen. Neben diesen Arbeitsplätzen ist unsere Region in Cardonal immer noch sehr landwirtschaftlich geprägt. Agaven, Gemüsekakteen, Mais und Bohnen sind die Hauptanbauprodukte. Mais und Bohnen sind aber sehr regenabhängig und im Jahr 2020 gab es nur eine sehr bescheidene Ernte, da es einfach zu wenig geregnet hat.“ Ein Versuch mit anderen Maissorten sei zunächst gescheitert. Traditionell würden Agaven angebaut. Diese brauchten zwar etwa acht Jahre bis sie geerntet werden könnten, dann aber habe man über vier bis sieben Monate täglich einige Liter Saft zur Verfügung. Dieser Agavensaft werde mit Dampf aus großen, selbst gefertigten Solarreflektoren zu Agavendicksaft weiterverarbeitet. Die Agave hat natürliche Heilqualitäten Schon früher wurde die Rosette von südamerikanischen Ureinwohnern als Heilpflanze genutzt. Um mehr Agavenbauern den täglichen Absatz ihres Agavensaftes zu garantieren würden gerade die Solaranlagen und ihre Produktionsstätten erweitert. Gelder aus Beelen machten dies mit möglich. Noch ist längst nicht alles fertig. Aber: „Es wird ein ökologisches Gebäude mit regionalen Kalksteinen und einem aus Ziegelsteinen gemauerten Kuppeldach. Fenster und Türen werden wir selbst in unserer Werkstatt fertigen“, so Gregor Schäpers. Ferner habe man vor, die Produktlinie nach und nach zu erweitern. Eine weitere Hoffnung ist, dass der Ausbau der Kollektorfläche auch der eigenen Metallwerkstatt helfe.  „Mit 20 Reflektoren haben wir zwar erst einen Teil der angestrebten 150 Reflektoren aufgebaut, aber mit jedem Element hoffen wir, mehr Aufmerksamkeit in Mexico zu erlangen um mit dieser neuen Technologie Arbeitsplätze in unserer Werkstatt sichern“. Fazit: Mexiko ist nicht nur das Land der Tacos und des Tequila, hier leben auch bettelarme Menschen, die Solidarität von der Pfarrgemeinde Sankt-Johannes- Baptist in Beelen erhoffen.

Das Spendenkonto lautet
DE04 4126 2501 6826 0036 00
GENODEM1AHL

Spenden können auch im Pfarrhaus abgeben werden, nur dann sollte auf dem Umschlag mit dem Geld die Anschrift für die Spendenquittung vermerkt sein. Für Fragen steht Pfarrer Happe unter Telefon 0 25 86 - 260 gerne zur Verfügung.

Beschreibungen zu den Bildern

Agaven gehören zu den wichtigen landwirtschaftlichen Produkten. Besonders der Sirup aus Agaven ist wertvoll und stellt eine wichtige Einkommensquelle da. Für die Produktion sind die Sonnenkollektoren wichtig.

Für die Kinder ist es schwierig. Corona und Schulbesuch, sinkendes Einkommen der Eltern, Klimaverschiebungen und Trockenheit. Ihre Zukunft ist noch ungewisser als die der Kinder in reichen Ländern.

Gregor Schäpers liegt das Schicksal der Menschen am Herzen. Mit Sorge beobachtet er die im Moment schwierige Situation. Aber der Mut verlässt ihn nicht und er dankt allen Beelerner für die Unterstützung. Sein Ziel ist nicht das Geben von Almosen, sondern der Aufbau von guten Arbeits- und Lebensgrundlagen für die Selbstversorgung.

Der Maisanbau ist schwierig. Die Trockenheit war im zurückliegenden Jahr groß. Mais, eines der Hauptnahrungsmittel der Mexikaner, gehört hierbei zu den vom Klimawandel am stärksten betroffenen Kulturpflanzen. Auch der Bohnenanbau ist stark betroffen.

Staub wirbelt auf, wenn die Maisfelder bearbeitet werden. Es sieht schlimm aus auf den Feldern. So wie sich der Klimawandel darstellt kann man quasi nur beten, dass das Jahr 2021 besser wird. Die Menschen haben viel Angst und Not.

Gemüsekakteen gehören auch zu den wichtigsten Anbaupflanzen. Groß können sie werden und sind zum Glück nicht so anfällig wie Mais und Bohnen in Bezug auf extremes Hitzewetter. Feigenkakteen, auch Nopal genannt, gehören zur mexikanischen Küche wie Mole oder Tacos - ob im Salat, im Eintopf oder als Alternative zum Fleisch vom Grill

In der Werkstatt gibt es für die Bleche einen Plasmaschneider. Die schweren Bleche werden mit einem Kran auf das „Becken“ gehievt und dann werden die Flächen mit dem Plasmaschneider passend ausgeschnitten. Auch das Türschild am Beelener Pfarrhaus wurde dort gearbeitet.

Die Agavenbauern haben es nicht leicht. Wichtig ist für sie die Erweiterung der Solaranlagen und der Produktionsstätten. Gelder aus Beelen machten dies mit möglich. Noch ist längst nicht alles fertig. Aber: „Es wird ein ökologisches Gebäude mit regionalen Kalksteinen und einem aus Ziegelsteinen gemauerten Kuppeldach. Fenster und Türen werden wir selbst in unserer Werkstatt fertigen“,

Das Gebäude, das gerade gebaut wird, hat ein Kuppeldach mit einem Loch. Dieses mit einer Lichtampel abgedeckt und sorgt auch dafür das die Konstruktion stabil ist. Die Lichtampel bringt zusätzliches Licht in die Räume.

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Pfarrgemeinde St. Johannes Baptist Beelen